• Learning of the Week: Weniger ist mehr – Informationsdiät entschlackt den Kopf

Learning of the Week: Weniger ist mehr – Informationsdiät entschlackt den Kopf

By |2018-05-21T15:24:40+00:00Mai 12th, 2018|Aktuelles, Kommunikation, Learning of the week|0 Comments

Mit der Beitragsreihe “Learning of the Week” möchte ich die Ergebnisse der Beobachtung meiner Arbeit, der Kommunikation mit Kunden, gesellschaftlicher und sozialer Probleme sowie technologischer Entwicklung teilen. Ich möchte mein eigenes Wirken und Werden reflektieren und damit einen Möglichkeitsraum für einen offenen Diskurs zu sich ergebenden Fragestellungen eröffnen.

Ich komme damit der Frage nach, wie ich mich in dieser Gesellschaft und (Arbeits)Welt so positionieren und einbringen kann, dass ich meine Fähigkeiten und die meiner Mitmenschen im positivsten Sinne ausschöpfen und entwickeln kann.

Weniger ist mehr – Informationsdiät entschlackt den Kopf

Mein erstes Learning beschäftigt sich mit der eigenen Schaffenskraft, die sich im Rahmen einer ausgiebigen Informationsdiät deutlich erhöht hat. Im Laufe der letzten Wochen habe ich meinen Medienkonsum und die Verwendung von Apps und Tools stark eingeschränkt.

In meiner Beschäftigung mit der Digitalisierung und der Beobachtung von aktuellen Trends und Entwicklungen, habe ich festgestellt, dass ich unglaublich viel Zeit darauf verwende, digitale Inhalte zu konsumieren. Dieser Konsum führte dazu, dass ich das was ich aufgenommen habe nicht ausreichend verdauen konnte, geschweige denn, dass bei diesem Konsum etwas “Werthaltiges” rausgekommen ist.

Unter einem werthaltigen Ergebnis verstehe ich etwas, dass mich oder andere positiv im Denken und Handeln beeinflusst. Von einer interessanten Seite zur nächsten klickend, war nicht viel mehr drin, als ein kleiner “Informationssnack”. Das Gefühl ständig Dinge teilen zu müssen, ohne sich damit richtig auseinandergesetzt zu haben, hat mir Stress bereitet.

Die Digitalgesellschaft lädt dazu ein, jedes niedliche Katzenvideo, Urlaubsfoto und Erlebnis öffentlich zu teilen, ohne sich der Aus- und Einwirkung des Teilens bewusst zu werden.

Aufgrund dieser Erfahrung habe ich beschlossen, eine digitale Diät zu vollziehen. Folgende Maßnahmen habe ich dazu unternommen.

  1. Weg mit den Apps
  2. Weg mit den sozialen Medien
  3. Weg mit den (schlechten) Nachrichten
  4. Mails anderer Leute sind nicht meine Todos
  5. One tool to rule them all

Weg mit den Apps

Sowohl mein privates als auch mein Arbeitshandy habe ich von unnötigen Apps befreit, die nicht nur meinen Akku, sondern auch meine Zeit leergesaugt haben. Dazu zählen Spiele und Nachrichten-Apps, genauso wie verschiedene Kommunikationstools. So habe ich auch den Facebook Messenger von meinen Geräten entfernt. Nicht nur die Smartphones sind nun sauber, auch mein Kopf fühlt sich aufgeräumter an, wenn ich nicht permanent auf irgendwelche Icons drücke, um Apps zu öffnen, die ich gleich wieder schließe.

Übrig geblieben sind nur Apps, die ich täglich nutze. Das sind vor allem Kommunikations-Apps wie Mail und Whatsapp, aber auch Mobilitäts-Apps wie Google Maps und die gute alte HVV-App.

Ergebnis = Es gibt insgesamt viel weniger Gelegenheit um auf das Handy zu schauen und das verschafft mir schon eine Menge Freizeit.

Weg mit den sozialen Medien

Nicht zuletzt aufgrund des Facebook-Daten-Skandals habe ich über meinen Konsum und mein Nutzerverhalten im Bezug auf die Sozialen Medien nachgedacht und einen großen Cut gemacht. Facebook ist für mich die Quelle allen Übels, wenn es um die Ver(sch)wendung der eigenen Zeit geht. Geblieben ist meine Facebook-Seite, auf der ich je nach Lust und Laune ein paar Sachen aus meiner Arbeit und meinem Leben teile, ohne den Druck verspüren zu müssen, in regelmäßigen Abständen Banalitäten aus meinem Universum zu teilen.

Geblieben ist zudem ein “beruflicher” Account, auf dem ich unter meinem Namen den Status meiner Facebook-Seite teile. So bin ich noch immer auffindbar, ohne, dass ich mit unendlich vielen Menschen “befreundet” bin, die sich ausschließlich bei mir melden, wenn Facebook ihnen mitteilt, dass ich Geburtstag habe.

Auch Twitter hat bei mir das Zeitliche gesegnet. Zwar ist Twitter meiner Ansicht nach immernoch “das” Tool für interessante Kommentare und Hinweise auf aktuell stattfindende Debatten und Geschehnisse. Allerdings kann man sich ausgesprochen gut in den Kommentaren der mittlerweile unzähligen Trolle verlieren und sich künstlich über Dinge aufregen, über die man sich nicht aufzuregen braucht.

Der Großteil meines beruflichen Netzwerkes findet sich auf Xing und Linkedin. Diese bleiben bestehen. Ebenso wie meine privaten Kontakte sind die meisten “engen” beruflichen Kontakte gut mit mir verbunden und wissen, wie sie mich problemlos erreichen können.

Ergebnis = Weniger soziale Netzwerke, weniger Ablenkung.

Weg mit den (schlechten) Nachrichten

Ich lese keine Nachrichten-Seiten mehr. Damit habe ich langsam angefangen. Jeden Abend habe ich eine große Newsseite geöffnet und die Schlagzeilen gelesen, mit der Maßgabe, keinen Artikel zu öffnen. Mit Ausnahme der üblichen Schreckensnachrichten meine ich Nichts verpasst zu haben. Mittlerweile lese ich auch keine Headlines mehr.

Dinge, die mich interessieren suche ich aktiv und ermahne mich selbst, mich nicht auf Seiten aufzuhalten, die mir nicht das Ergebnis liefern, dass ich brauche. Das klingt ein bisschen nach Selbstgeißelung, ist es aber nicht. Ich verbiete mir nicht, interessante Dinge zu lesen, aber erlaube mir, das zu lesen, was in dem Moment wichtig für mich ist.

Ergebnis = Weniger schlechte Nachrichten. Ich nutze das Handy weniger. “Weltbewegende” Themen bekomme ich durch persönliche Gespräche mit.

Mails anderer Leute sind nicht meine Todos

Mails sind meiner Ansicht nach die Störquelle überhaupt. Ich kenne eine Menge Menschen, die schon morgens ihre Mails lesen und einen Panikanfall bekommen, weil tausend wichtige Aufgaben daraus entstehen. Sie versuchen diese Mails schnell zu beantworten, um dann Zeit für ihre wichtigen Aufgaben zu haben. Das Problem an der Sache: Einmal geantwortet, entsteht ein Gespräch und das Gegenüber hat den Eindruck, dass ich Zeit habe. Also kommt die nächste Aufgabe hinterher. Zu meinen Sachen komme ich nicht.

Um das zu vermeiden, habe ich es mir zur Angewohnheit gemacht, meine Mails seltener zu checken und erst um die Mittagszeit zu lesen. Damit ich mich auch selbst daran halte, trage ich mir die Lesezeit in den Kalender. Viele vermeintlich wichtige Dinge, in denen ich unbedingt ins Cc musste, erledigen sich von selbst. Die Mails, die ich dann so “spät” beantworte, sind auf einmal wesentlich weniger dringlich.

Diese Maßnahme unterstützend, habe ich meine Push-Benachrichtigungen für Mails ausgestellt und muss so nicht das Gefühl haben, ich würde eine wichtige Nachricht verpassen, wenn ich den Eingang zwar “gehört”, aber nicht reagiert habe.

Ergebnis = Ich starte mit für mich wichtigen Aufgaben in den Tag. Es gibt weniger Mails in alle Richtungen. Mein Gegenüber weiß, dass es eine Antwort gibt, aber das mein Ablauf und meine Ressourcen wichtig sind.

One Tool to rule them all

Natürlich kann ich nicht einfach alles reduzieren und mich der für meine Arbeit und meine Projekte wichtigen Tools entziehen. Gerade in der Kundenkommunikation und im Projektmanagement gibt es Aufgaben, die ich ohne die Hilfe bestimmter Applikationen nicht erfüllen kann.

Für meine Arbeit brauche ich ein Tool, das ToDos sammeln kann, Projektfortschritte und -fristen nachhält, wichtige Dokumente an einem Ort vereint und mir die Zusammenarbeit mit anderen ermöglicht. Wofür ich vorher mehrere Tools gebraucht habe, verwende ich nun nur noch eins.

Ich habe hier sehr gute Erfahrungen mit Trello gemacht. Sicher gibt es auch vergleichbare Tools, aber für mich ist es derzeit unschlagbar in seiner Vielfalt. Zudem ist die kostenfreie Basisversion ausreichend um auch komplexe Projekte abzubilden. Ich habe keinerlei Verbindung zu Trello und erhalte für den Hinweis kein Geld, aber meiner Ansicht nach macht das Tool für sich selbst die beste Werbung. Auch wenn ich hier immer auf neue Programme und Tools von Kund*innen, Partner*innen und Freund*innen treffe, habe ich noch kein Programm gefunden, das ein solch gutes Verhältnis zwischen Aufwand und Nutzen herstellt.

Ergebnis = Eine App, in der ich alle meine Aufgaben übersichtlich vereint habe. Ich habe einen besseren Arbeitsfluss. Ich kann besser mit anderen zusammenarbeiten.

Weniger Informationen, mehr Zeit

Sicher gibt es noch einige andere Dinge, die sich bewusst oder unbewusst mit einer solchen Informationsdiät verbinden lassen. Die hier genannten sind für mich aber die Spürbarsten, im Sinne der eigenen Produktivität und Freiheit.

Ich schaffe selbst mehr und kann meine Gedanken, Ideen und Projekte besser ordnen und steuern.

Dabei geht es mir nicht darum, etwas nur um des Produzierens Willen zu schaffen, sondern darum, mein eigenes Wirken zu reflektieren und mir Zeit für schöne Begegnungen, Ideen und Projekte freizuschaufeln.

Wer eine Informationsdiät für sich plant, dem seien die genannten Schritte empfohlen. Sicher gibt es noch andere Maßnahmen und die hier vorgestellten sind für manche keine Neuheit. Allerdings kann ich sagen, dass die Empfehlung diese Dinge auszuprobieren, Resultat meines eigenen Erlebens sind.

Ich freue mich auch in Zukunft, meine Learnings zu teilen, und bin gespannt darauf, was eure Erfahrungen zu den jeweiligen Themen sind.

About the Author:

Mit wechange.work unterstützt László Földesi Unternehmen auf ihrem Weg in die Arbeit der Zukunft und berät zur internen sowie externen Kommunikation.

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